9. Unternehmerforum

Prof. Dr. Jutta Rump zeigt die Arbeitswelt von morgen

Wilhelmshaven, 17. März 2016

Es ging um Babyboomer, die Generationen Y und Z, für die sich die Arbeitswelt aufhübschen muss, und nicht zuletzt um die Balance. Im Leben der Arbeitnehmer von morgen, aber auch zwischen den Generationen in Unternehmen. Die Eintrittsgelder der rund 250 Gäste ging an die Sozialberatung des Tumorzentrums Nordwest-Niedersachsen e. V. und wurde von der Volksbank Wilhelmshaven auf 2.000,- Euro aufgestockt.

Worum geht es in unserer Welt, in der nur noch die Balance zählt?

Unternehmerforum
Norbert Philipp, Prof. Dr. Jutta Rump, F. Günter Dresen

Die Zeiten der starren Arbeitsmodelle ist vorbei. So viel steht für die führende Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Jutta Rump fest. Wer heute noch gute Mitarbeiter finden und diese an sich binden will braucht ein gutes Konzept. Ein Konzept das nicht mehr auf der zur Verfügung Stellung eines sicheren Arbeitsplatzes und einer gerechten Entlohnung basiert.

Der Fachkräftemangel macht sich seit Jahren bemerkbar. Bedingt zum einen durch den demografischen Wandel, aber auch durch eine ganz neue Sicht auf die Arbeitswelt durch die heranwachsende Arbeitnehmer-Generation.

Heute zählt Balance. Es geht um Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um selbstständiges Arbeiten ohne dabei aus dem Fokus der Aufmerksamkeit des Vorgesetzten zu fallen. Es geht darum, Wertschätzung für die eigene Arbeit zu erfahren und als Individuum wahrgenommen zu werden. Dabei handeln die Generationen Y und Z sehr schlau, findet Jutta Rump. Immerhin stehen sie vor rund 50 Berufsjahren, an deren Ende sie möglichst immer noch gesund sein wollen.

Aber wie gehen Unternehmen nun auf den neuen Bedarf der Arbeitnehmer ein? Sollte die Lösung sein, allen Wünschen der jungen Arbeitnehmer nachzukommen? Die Arbeitszeiten zu Flexibilisieren oder Auszeiten zu ermöglichen? Mit nichten, so Rump. Natürlich sei es wichtig, auf veränderte Bedürfnisse einzugehen. Dies dürfe jedoch weder zu Lasten der restlichen Arbeitnehmer oder des gesamten Geschäftsmodells gehen. Wichtig sei, sich seiner eigenen Leitplanken bewusst zu werden. Wer bin ich und wofür steht mein Unternehmen? Welche Strukturen sind vorgegeben und notwendig? Daraus lässt sich ein Markenkernbild entwickeln, welches, sauber kommuniziert, einen Rahmen bildet. Innerhalb dieses Rahmens sollte aber möglichst viel Spielraum für Flexibilität bleiben. Nur so schaffe man es in der heutigen Zeit, sich für Arbeitnehmer interessant zu machen.

Am Ende führen das Image des Unternehmens, die Attraktivität der Aufgabe und die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten heute dazu, dass sich Bewerber für ein Unternehmen entscheiden. Sie bleiben dem Unternehmen erhalten, wenn sie interessante Aufgaben ausüben, selbstständig arbeiten dürfen und ein angenehmes Arbeitsumfeld haben. Sie verlassen das Unternehmen bei Differenzen mit dem Vorgesetzten, wegen mangelnder Entwicklungsmöglichkeiten oder einem unpassenden Arbeitsumfeld. Die Vergütung, die lange Zeit in der Personalpolitik eine große Rolle gespielt hat, ist heute allenfalls noch Hygienefaktor.