„Unsere Sicherungseinrichtung darf nicht beeinträchtigt werden.“

Volksbank-Vorstand informiert über Zahlen 2013

Wilhelmshaven, 14. März 2014

  • Volksbank Wilhelmshaven steigert ihre Bilanzsumme
  • Kreditvergabe erneut ausgeweitet
  • Kritik an hohem Tempo beim Erlass neuer Vorschriften

Wilhelmshaven. „Wir brauchen dringend eine Regulierungspause!“ Diese Forderung hat die Volksbank Wilhelmshaven bei ihrem Pressegespräch am vergangenen Freitag erhoben. Vorstandssprecher Norbert Philipp erklärte, man brauche Zeit, um den zusätzlichen Anforderungen der vergangenen Monate und Jahre nachzukommen. „Unsere Mitarbeiter wollen Zeit haben für die Beratungsgespräche mit Mitgliedern und Kunden“, hob Norbert Philipp hervor. „Doch je mehr wir uns mit immer neuen Vorschriften befassen müssen, desto weniger Spielraum bleibt uns.“ Kritik übte der Vorstandssprecher am Koalitionsvertrag, in dem sich die Regierungsparteien für weitere Maßnahmen bei der Bankenregulierung aussprechen.

Positiv sei dagegen das Versprechen der Regierung, dass Sparer von Genossenschaftsbanken nicht für Versäumnisse von Krisen-Banken in anderen Ländern gerade stehen müssen. „Hier erwarten
wir Standfestigkeit auf dem europäischen Parkett“, betonte Vorstandsmitglied Günter Dresen. „Unsere seit Jahrzehnten bewährte genossenschaftliche Sicherungseinrichtung darf nicht beeinträchtigt werden. Auf diese Weise lassen sich die grundlegenden Probleme von Banken in den Krisenländern nicht lösen.“

„Die Volksbank Wilhelmshaven erwirtschaftet nachhaltig Erträge und ist Teil der am besten kapitalisierten Bankengruppe Deutschlands“ unterstrich Norbert Philipp. Dies spiegelt sich auch im unverändert sehr guten Rating der Agentur Fitch von A+ für die genossenschaftliche FinanzGruppe wieder. Eine solch positive Einschätzung haben die Experten für keine andere Geschäftsbank in Deutschland ausgesprochen. Dieses Rating gilt auch für die genossenschaftliche Sicherung der Kundeneinlagen in unbegrenzter Höhe.


Kreditengagement weiter ausgeweitet
In der Region habe sich 2013 Erfreuliches zugetragen. „Viele kleine und mittlere Unternehmen konnten der Rezession in der Eurozone widerstehen“, berichtete Norbert Philipp. Jedoch gäbe es im Mittelstand eine weitverbreitete Angst vor Finanzierungsengpässen. Viele Unternehmer rechneten damit, aufgrund der Bankenregulierung künftig schwerer und zu schlechteren Konditionen an Bankkredite zu kommen. Philipp: „Schon jetzt gibt es erste Hinweise auf einen Investitionsstau.“

Wie Günter Dresen berichtete habe die Europäische Zentralbank Ende 2013 nach Wegen gesucht, die Geschäftsbanken zu mehr Mittelstandskrediten zu zwingen. „Egal was man davon halten
mag: Bei der Volksbank Wilhelmshaven findet der Mittelstand mit seinem Kreditwünschen nicht nur im Augenblick Gehör. Für uns bedeutet Engagement mehr als nur ein kurzfristiges Interesse.“

Im Jahr 2013 hat die Volksbank Wilhelmshaven die Forderungen an Kunden um 13,9 Prozent auf inzwischen 172,4 Millionen Euro gesteigert. Das Wachstum war so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Getragen wurde die Entwicklung von einer stärkeren Kreditnachfrage sowohl von Firmen- als auch Privatkunden getragen. Der Zuwachs bei den Privatkunden geht unverändert auf
die Wohnungsbau- und Hypothekarkredite zurück.

Auch das betreute Kundenkreditvolumen, also die eigenen Kundenforderungen zuzüglich der von unseren Kunden bei unseren Verbundpartnern, der DZ BANK AG, der Bausparkasse Schwäbisch-Hall, den genossenschaftlichen Hypothekenbanken sowie der Teambank (easyCredit) in Anspruch  genommenen Kredite, hat stark zugenommen. Es erhöhte sich in 2013 um 23,8 Mio. Euro = rd. 10,0 Prozent auf 272,5 Mio. Euro.

Vertrauen der Anleger ist da
Die Kundeneinlagen nahmen im Jahr 2013 um 5,1 Prozent zu und umfassten zum Jahreswechsel 186,0 Millionen Euro. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus setzten die Kunden vor allem auf täglich fällige Einlagen, die um rd. 33 Prozent auf nunmehr 82,0 Mio. Euro zulegten. „Uns als Genossenschaft  vertrauen die Kunden ihr Erspartes besonders gern an“, hob Norbert Philipp hervor. „Dies gilt gerade in Zeiten unruhiger Finanzmärkte.“

Auch das von unserer Bank insgesamt betreute Kundenanlagevolumen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 14,2 Mio. Euro = rd. 6,0 Prozent auf 250,0 Mio. Euro erhöht. Die betreuten  Wertpapieranlagen in Form von Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Fondsanteilen der Union Investment erhöhten sich um rd. 5,2 Mio. Euro auf rd. 42,0 Mio. Euro so stark wie lange nicht mehr. Hier zahlt sich die seit vielen Jahren erfolgreiche ganzheitliche Beratung der Volksbank Wilhelmshaven aus, wie Norbert Philipp betonte. Hier gilt es auf die Frage, wie in der anhaltenden Niedrigzinsphase Vermögen erhalten werden kann, die individuell passenden Antworten in den Beratungsgesprächen zu haben. Grundsätzlich ist Anlegern zu empfehlen, eine Mischung Ihres Portfolios vorzunehmen und nicht nur in Zinsanlagen zu investieren. Zu einer solchen Mischung gehörten auch Fonds mit einer breiten Risikostreuung, Aktien und Immobilien, wie Norbert Philipp ergänzte.

Kundenvolumen und Bilanzsumme deutlich gesteigert
Das betreute Kundenvolumen (Anlage- und Kreditvolumen) erhöhte sich mit 38,0 Mio. Euro = 8,0 Prozent auf 522,5 Mio. Euro. Seit 2007 konnte damit das betreute Kundenvolumen um
über 100 Mio. Euro gesteigert werden.

Insbesondere dank der überdurchschnittlichen  Wachstumsraten bei den Forderungen an Kunden und den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 29,9 Mio. Euro = 12,2 Prozent auf 275,7 Mio. Euro.


Ordentliches Ergebnis legt zu
Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich auch beim Blick in die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2013, wie Vorstandsmitglied Günter Dresen betonte.

Der Zinsüberschuss konnte dank des  deutlich gestiegenen Geschäftsvolumens um nahezu 1,0 Mio. Euro = 15,9 Prozent auf 6,8 Mio. Euro ausgeweitet werden. Der Provisionsüberschuss stabilisierte sich mit rd. 2,0 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau. Auch bedingt durch getätigte Modernisierungsinvestitionen hat sich der Verwaltungsaufwand insgesamt leicht um 171 TEUR = 2,8 Prozent auf 6,2 Mio. Euro erhöht. Unter Einbeziehung der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen ergibt sich ein um 729 TEUR verbessertes Betriebsergebnis vor Bewertung von 2,9 Mio. Euro = 1,10 Prozent der  durchschnittlichen Bilanzsumme.

In den vergangenen 3 Jahren wurden beginnend mit der vollständigen Modernisierung unseres BankTreffs in Voslapp insgesamt rd. 750,0 TEUR in die Modernisierung der technischen Ausstattung und der Räume investiert. Überwiegend durch Auftragsvergaben an das Wilhelmshavener Handwerk. Zum Abschluss gebracht wurde dieser mehrjährige Investitionsplan vor wenigen Tagen in unserer Hauptstelle, wie Günter Dresen hervorhob.

Da sich auch im Bewertungsergebnis in 2013 dank einer robusten wirtschaftlichen Entwicklung in  unserer Region keine Belastungen ergaben und auch das außerordentliche Ergebnis mit 351,0 TEUR positiv war, erhöhte sich das Ergebnis vor gewinnabhängigen Steuern, wie Günter Dresen hervorhob, von rd. 2,7 Mio. Euro auf 3,5 Mio. Euro. Dank des überaus guten Ergebnisses können sich die Stadt Wilhelmshaven und die Finanzverwaltung über zu zahlende gewinnabhängige Steuern in Höhe von 567 TEUR (Vorjahr 131 TEUR) freuen.

Um den künftigen erhöhten Eigenkapitalanforderungen bereits jetzt Rechnung zu tragen werden insgesamt 2,25 Mio. Euro (Vorjahr 1,9 Mio. Euro) dem Fonds für allgemeine Bankrisiken und den Vorsorgereserven zugeführt. Dies alles führt dann zu einem Jahresüberschuss in Höhe von 680 TEUR (Vorjahr 664 TEUR).


Mit inzwischen 7.531 Mitgliedern gehört die Volksbank Wilhelmshaven zu den größten  Mitgliedervereinigungen der Region. Wie Günter Dresen und Norbert Philipp mitteilten, soll der im
Juni stattfindenden Vertreterversammlung wiederum die Zahlung einer Dividende in Höhe von 4,0 Prozent an die Mitglieder vorgeschlagen werden.

Mitarbeiter in der Volksbank Wilhelmshaven machen einen tollen Job
Die Anzahl der Mitarbeiter blieb in 2013 mit 73 konstant. Fast ¾ unserer Mitarbeiter weisen eine Betriebszugehörigkeit von mehr als 10 Jahren auf. Dies zeigt, dass neben der Kundenbindung
auch die Mitarbeiterbindung sehr gut gelingt, wie Norbert Philipp hervorhob.

Kontraproduktiv für die Nachwuchsgewinnung sehen die beiden Vorstandsmitglieder das von der Bankenaufsicht eingeführte Beraterregister, an das alle Kundenberater wegen eventueller
Beschwerden zentral gemeldet werden müssen. Philipp: „Wer eine kompetente Kundenbetreuung will, erreicht dies nicht, indem er die gesellschaftliche Akzeptanz der Betreuer in Frage stellt. Wir müssen uns hier vor unsere Mitarbeiter stellen, die einen tollen Job machen.“

Engagement für Wilhelmshaven
Die Volksbank Wilhelmshaven engagiert sich weiterhin nachhaltig für die Region und unterstützt mit vielfältigen Aktivitäten einen Beitrag zur regionalen Lebensqualität. So wurden im vergangenen Geschäftsjahr rund 25 TEUR für soziale, kulturelle und sportliche Projekte in Wilhelmshaven und der Region bereitgestellt.

Vorstand